Ratgeber Ellenbogen, Hand & Fuß › Golferellenbogen

Golferellenbogen – Schmerz an der Innenseite des Ellenbogens

Du greifst zu, und ein stechender Schmerz zieht von der Innenseite des Ellenbogens den Unterarm hinab. Die volle Einkaufstasche, der Klimmzug, das Zudrehen einer Flasche – plötzlich sind das die Bewegungen, um die du herumplanst.

Lesezeit 7 Minuten·zuletzt aktualisiert im August 2026

Greifen tut weh, Ruhe hilft nicht?

Typisch. Der Zug am Ansatz besteht auch dann, wenn du den Arm gar nicht benutzt.

(030) 2084 7547
Montag bis Freitag, 08:00–19:00 Uhr

Warnzeichen

Wann Ellenbogenschmerz zum Arzt gehört

Alles auf dieser Seite bezieht sich auf muskuläre Überlastung. Bei diesen Zeichen erst abklären lassen:

  • Nach Sturz oder Unfall: starke Schmerzen, sichtbare Fehlstellung oder Schwellung und du kannst das Gelenk nicht mehr bewegen – Verdacht auf Bruch oder Bandriss.
  • Ein Gelenk ist stark geschwollen, gerötet und heiß, dazu Fieber – Verdacht auf eine bakterielle Gelenkinfektion oder einen akuten Gichtanfall.
  • Plötzlicher Kraftverlust oder ausgedehnte Taubheit in Hand oder Fuß – das gehört sofort neurologisch angesehen.
  • Kribbeln oder Taubheit im kleinen Finger und Ringfinger, die nicht wieder verschwinden – hier verläuft der Ellennerv dicht am Knochen und kann selbst unter Druck geraten.

Dasselbe Muster, die andere Seite

Der Golferellenbogen ist der Zwilling des Tennisellenbogens – derselbe Vorgang, nur an der Innenseite. Dort, am inneren knöchernen Höcker, setzen die Muskeln an, die Handgelenk und Finger beugen. Also die Greifmuskulatur.

Und die ist bei ganz anderen Tätigkeiten im Dauereinsatz als beim Tennisarm:

  • Kraftvolles Greifen – Handwerk, Klettern, Krafttraining, Gartenarbeit.
  • Schweres Tragen – Koffer, Einkaufstüten, Werkzeugkoffer. Die Finger müssen den Griff halten, egal wie lang der Weg ist.
  • Sport mit Zugbelastung – Golf, Rudern, der Tennisaufschlag.
  • Und ja, auch das Festhalten der Maus kann es auslösen, wenn die Hand sie umklammert statt nur aufliegt.

Die Beuger werden fest und kürzer, ziehen dauerhaft an ihrem kleinen Ansatzpunkt, und der Körper meldet das als Schmerz – bevor die Sehne wirklich Schaden nimmt.

Ein Unterschied zum Tennisarm ist wichtig: Direkt hinter dem inneren Ellenbogenhöcker verläuft der Ellennerv in einer knöchernen Rinne, unmittelbar unter der Haut – das ist der „Musikantenknochen". Wenn zum Schmerz ein anhaltendes Kribbeln in kleinem Finger und Ringfinger dazukommt, geht es nicht mehr nur um den Sehnenansatz. Das gehört angesehen.

Drei Übungen gegen den Golferarm

Alle drei öffnen die Beugemuskulatur an der Unterarm-Innenseite.

1 · Die wichtigste

Dehnung der Handgelenksbeuger

  • Streck den betroffenen Arm gerade nach vorn aus, der Ellbogen bleibt durchgestreckt. Die Handfläche zeigt nach oben.
  • Umgreif deine Finger mit der anderen Hand.
  • Zieh die Hand kräftig nach unten, bis das Handgelenk maximal überstreckt ist.
  • 60 bis 90 Sekunden halten, ruhig weiteratmen.
2 · Für die Finger

Dehnung der Fingerbeuger

  • Bleib in der Grundposition: Arm gestreckt, Handfläche nach oben.
  • Spreiz alle Finger einschließlich Daumen maximal ab.
  • Zieh mit der gesunden Hand nur an den Fingern – nicht am Handgelenk – weiter nach hinten.
  • 60 bis 90 Sekunden halten. Die Dehnung reicht oft bis in die Handfläche.
3 · Löst Verklebungen

Rollmassage des Unterarms

  • Leg eine Faszienkugel oder einen Tennisball auf einen Tisch.
  • Leg den Muskelbauch deines Unterarms darauf und drück mit der anderen Hand von oben nach.
  • Roll sehr langsam, Millimeter für Millimeter, vom Handgelenk Richtung Ellenbogen.
  • Bleib auf den schmerzhaften Punkten stehen, bis der Schmerz nachlässt.

Arbeite auf der Innenseite des Unterarms – und spar den Bereich direkt hinter dem Ellenbogenhöcker aus, dort liegt der Nerv ungeschützt.

Bei einem chronischen Golferarm ist das Gewebe oft so fest, dass Dehnen allein nicht mehr ausreicht. Dann senkt eine manuelle Behandlung die Grundspannung so weit, dass die Übungen wieder greifen. Mehr zum Gesamtbild im großen Ratgeber.

Aus der Praxis

„Die Behandlung war sehr professionell und ich habe mich rundum wohlgefühlt. Er hat sich sehr viel Zeit genommen und ist genau auf mich und meine Bedürfnisse eingegangen. Ich bin sehr froh, mich mit meinen Rückenschmerzen an ihn gewandt zu haben.“

Nadine Ve · 5 von 5 Sternen · Google-Bewertung, 30.11.2019

Was den Unterschied im Alltag macht

Den Griff lockern

Die meisten greifen deutlich fester zu, als nötig wäre – Werkzeug, Hantel, Lenkrad. Prüf das bewusst: Reicht die Hälfte der Kraft auch? Meistens ja. Dickere Griffe helfen zusätzlich, weil sie die Finger weniger stark krümmen.

Anders tragen

Eine Tasche am ausgestreckten Arm zu halten, hält die Beuger minutenlang unter Volllast. Rucksack statt Tasche, oder die Last häufiger wechseln. Bei schweren Sachen: mit der ganzen Hand von unten stützen statt mit den Fingern von oben greifen.

Pausen

Bei Greiftätigkeiten jede Stunde zwei Minuten die Beugerdehnung. Bei akutem, stechendem Schmerz kühlen (höchstens 15 Minuten, nie direkt auf der Haut), bei chronischem, dumpfem Schmerz wärmen vor dem Dehnen.

Weiterlesen

Mehr aus diesem Ratgeber

Kribbeln in den Händen (Karpaltunnelsyndrom)

Nachts schlafen Daumen, Zeige- und Mittelfinger ein? Warum der Unterarm die Ursache ist, welche Dehnungen helfen und wann eine Operation nötig wird.

Schmerzen im Daumen (Rhizarthrose)

Das Öffnen einer Flasche tut weh? Warum das Daumensattelgelenk unter Dauerdruck steht, was der Handy-Daumen damit zu tun hat und was entlastet.

Schmerzen an der Achillessehne (Achillodynie)

Die Achillessehne ist morgens steif und schmerzt? Warum die Ursache fast immer in der Wade sitzt, welche drei Übungen helfen und wann zum Arzt.

Nächster Schritt

Greifen soll wieder selbstverständlich sein.

Der Golferarm hält sich hartnäckig, weil die Greifmuskulatur im Alltag nie wirklich Pause hat. Wir senken die Spannung manuell und zeigen dir die zwei Übungen, die sie unten halten.

Oder ruf an: (030) 2084 7547 – Montag bis Freitag, 08:00–19:00 Uhr.