Faszien sind das Bindegewebsnetz, das jeden Muskel, jedes Organ und jeden Knochen umhüllt und miteinander verbindet. Wenn es verklebt, zieht es – und zwar oft ganz woanders.
Ein durchgehendes Netz aus Bindegewebe, das den ganzen Körper durchzieht. Es umhüllt jeden einzelnen Muskel, fasst Muskelgruppen zusammen, hängt Organe auf und verbindet Knochen mit Knochen. Es gibt keine Stelle im Körper ohne Faszie.
Lange galt dieses Gewebe als reine Verpackung. Heute weiß man, dass es sehr dicht mit Nervenendigungen besetzt ist – teilweise dichter als die Muskulatur selbst. Faszien melden also nicht nur, sie können auch schmerzen.
Faszien bestehen aus Fasern und einer gelartigen Grundsubstanz dazwischen. Diese Substanz bleibt geschmeidig, solange sie bewegt wird – Bewegung presst Flüssigkeit durch das Gewebe wie durch einen Schwamm.
Fehlt die Bewegung, verändert sich die Grundsubstanz. Sie wird zäher, benachbarte Faserschichten gleiten schlechter aufeinander, das Gewebe verliert an Verschieblichkeit. Dasselbe passiert nach Verletzungen und Operationen, wenn Narbengewebe entsteht.
Dazu kommt Dauerspannung. Faszien enthalten kontraktile Zellen und reagieren auf Stress – sie werden fester, wenn jemand über Monate unter Anspannung steht.
Weil das Netz durchgehend ist. Ein Zug an einer Stelle verändert die Spannung an einer anderen, wie bei einem Pullover, an dessen Ärmel man zieht.
Die bekannteste dieser Verbindungen läuft von der Fußsohle über die Wade und die Oberschenkelrückseite bis zum Kreuzbein und von dort weiter am Rücken entlang bis über den Kopf. Deshalb kann eine verkürzte Wade im unteren Rücken ankommen. Und deshalb tasten wir bei Rückenbeschwerden auch die Beine ab.
Faszienrollen wirken, wenn man sie richtig benutzt – und das heißt: langsam. Schnelles Hin und Her bringt wenig. Roll in Zentimetern, halte auf empfindlichen Stellen dreissig bis sechzig Sekunden an und atme dabei ruhig weiter.
Nicht rollen solltest du über Knochenvorsprünge, Gelenke, den Nierenbereich und die Innenseite der Oberschenkel. Und nicht bei frischen Verletzungen, Entzündungen oder unter blutverdünnenden Medikamenten ohne ärztliche Rücksprache.
Osteopathie ist keine Notfallmedizin. In diesen Fällen gehörst du zuerst in ärztliche Hand:
Was Osteopathie ist, wie eine Behandlung abläuft und wo ihre Grenzen liegen.
Der Bewegungsapparat: Gelenke, Muskeln, Bindegewebe.
Die inneren Organe und ihre Aufhängung im Bauchraum.
Wenn es zieht, ohne dass ein Muskel verspannt ist, lohnt sich der Blick auf das Netz dazwischen.
Oder ruf an: (030) 2084 7547 – Montag bis Freitag, 08:00–19:00 Uhr.
Bindegewebe passt sich langsam an. Bei regelmäßiger Arbeit ist nach zwei bis drei Wochen etwas spürbar, nach zwei bis drei Monaten deutlich. Wer einmal die Woche rollt, hält den Zustand – mehr nicht.
Nein. Ein deutlicher, gut auszuhaltender Druck reicht. Wenn du die Luft anhältst oder verkrampfst, ist es zu viel – dann spännt sich das Gewebe gegen dich an, statt nachzugeben.
Eine klassische Massage arbeitet mit Kneten und Streichen an der Muskulatur. Faszienarbeit ist langsamer, flächiger und zielt auf die Verschieblichkeit der Schichten – nicht auf die Durchblutung.
Hinweis: Für die Wirkungen der Faszientherapie gibt es bislang noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Erklärungen.