Faszienrelease: Faszien sind das Bindegewebsnetz, das jeden Muskel, jedes Organ und jeden Knochen umhüllt und miteinander verbindet. Wenn es verklebt, zieht es – und zwar oft ganz woanders.
Ein durchgehendes Netz aus Bindegewebe, das den ganzen Körper durchzieht. Es umhüllt jeden einzelnen Muskel, fasst Muskelgruppen zusammen, hängt Organe auf und verbindet Knochen mit Knochen. Es gibt keine Stelle im Körper ohne Faszie.
Lange galt dieses Gewebe als reine Verpackung. Heute weiß man, dass es sehr dicht mit Nervenendigungen besetzt ist – teilweise dichter als die Muskulatur selbst. Faszien melden also nicht nur, sie können auch schmerzen.
Faszien bestehen aus Fasern und einer gelartigen Grundsubstanz dazwischen. Diese Substanz bleibt geschmeidig, solange sie bewegt wird – Bewegung presst Flüssigkeit durch das Gewebe wie durch einen Schwamm.
Fehlt die Bewegung, verändert sich die Grundsubstanz. Sie wird zäher, benachbarte Faserschichten gleiten schlechter aufeinander, das Gewebe verliert an Verschieblichkeit. Dasselbe passiert nach Verletzungen und Operationen, wenn Narbengewebe entsteht.
Dazu kommt Dauerspannung. Faszien enthalten kontraktile Zellen und reagieren auf Stress – sie werden fester, wenn jemand über Monate unter Anspannung steht.
Weil das Netz durchgehend ist. Ein Zug an einer Stelle verändert die Spannung an einer anderen, wie bei einem Pullover, an dessen Ärmel man zieht.
Die bekannteste dieser Verbindungen läuft von der Fußsohle über die Wade und die Oberschenkelrückseite bis zum Kreuzbein und von dort weiter am Rücken entlang bis über den Kopf. Deshalb kann eine verkürzte Wade im unteren Rücken ankommen. Und deshalb tasten wir bei Rückenbeschwerden auch die Beine ab.
Beschwerden, bei denen sich der Blick auf das Bindegewebe regelmäßig lohnt:
Welcher dieser Fäden in deinem Fall zieht, zeigt sich beim Tasten und nicht auf einem Bild. Deshalb beginnt jede Behandlung damit.
Am Tag danach fühlt sich das behandelte Gebiet häufig an wie nach einem ungewohnten Training: warm, etwas weich, stellenweise berührungsempfindlich. Das ist die normale Antwort des Gewebes und legt sich innerhalb von ein bis zwei Tagen.
Trink an diesem Tag mehr als sonst und bleib in Bewegung – Spazierengehen genügt. Was dem Ergebnis im Weg steht, ist der Rückfall in genau die Haltung, die das Ziehen erzeugt hat. Dafür bekommst du die Übungen mit.
Beides arbeitet mit den Händen, nur mit unterschiedlichem Zugriff. Die parietale Osteopathie sucht das Gelenk und seine Beweglichkeit, die viszerale die Aufhängung der Organe im Bauchraum. Faszienrelease nimmt die Fläche dazwischen – die Schichten, über die beides miteinander verbunden ist.
In der Behandlung trennen wir das nicht sauber voneinander, weil der Körper es auch nicht tut. Welcher Anteil überwiegt, entscheidet der Befund am Tag – nicht die Bezeichnung auf dem Terminzettel.
Faszienrollen wirken, wenn man sie richtig benutzt – und das heißt: langsam. Schnelles Hin und Her bringt wenig. Roll in Zentimetern, halte auf empfindlichen Stellen dreißig bis sechzig Sekunden an und atme dabei ruhig weiter.
Bleib dabei in der Intensität, bei der es gut spürbar, aber eben noch nicht unangenehm ist. Nicht rollen solltest du über Knochenvorsprünge, Gelenke, den Nierenbereich und die Innenseite der Oberschenkel.
Flächiger Druck auf Gewebe, das gerade heilt oder entzündet ist, bringt nichts – er stört. Die betroffene Stelle lassen wir deshalb aus, solange eines davon zutrifft:
Davon getrennt: Akute Warnzeichen gehören in ärztliche Hand – Schmerz unmittelbar nach einem Sturz, plötzlicher Kraftverlust, Taubheit im Reithosenbereich oder Störungen beim Wasserlassen. Mit allem anderen bist du bei uns richtig.
Wo zieht es, seit wann, bei welcher Bewegung? Dazu Vorgeschichte, Operationen, Narben. Beim ersten Termin nimmt dieser Teil die meiste Zeit ein.
Wir tasten die Schichten ab und prüfen, wo sie sich gegeneinander verschieben lassen und wo nicht. Der Befund entsteht unter den Händen.
Flächig, langsam, mit gehaltenem Zug. Die Intensität bleibt dabei durchgehend dort, wo es gut spürbar, aber eben noch nicht unangenehm ist.
Zwei, drei Übungen für zu Hause, die zu deinem Befund passen. Ohne sie holt der Alltag den alten Zustand in wenigen Tagen zurück.
Eine Behandlung dauert 60 bis 75 Minuten. Zieh etwas an, worin du dich bewegen kannst. Wie viele Termine sinnvoll sind, sagen wir dir nach dem ersten.
Was Osteopathie ist, wie eine Behandlung abläuft und wo ihre Grenzen liegen.
Der Bewegungsapparat: Gelenke, Muskeln, Bindegewebe.
Die inneren Organe und ihre Aufhängung im Bauchraum.
Wenn es zieht, ohne dass ein Muskel verspannt ist, lohnt sich der Blick auf das Netz dazwischen.
Oder ruf an: (030) 2084 7547 – Montag bis Freitag, 08:00–19:00 Uhr.
Bindegewebe passt sich langsam an. Bei regelmäßiger Arbeit ist nach zwei bis drei Wochen etwas spürbar, nach zwei bis drei Monaten deutlich. Wer einmal die Woche rollt, hält den Zustand – mehr nicht.
Nein. Wir bleiben durchgehend in der Intensität, bei der es gut spürbar, aber eben noch nicht unangenehm ist. Wenn du die Luft anhältst oder gegenhältst, ist es schon zu viel – dann spannt sich das Gewebe gegen dich an, statt nachzugeben.
Eine klassische Massage arbeitet mit Kneten und Streichen an der Muskulatur. Faszienarbeit ist langsamer, flächiger und zielt auf die Verschieblichkeit der Schichten – nicht auf die Durchblutung.
Das sagen wir dir nach dem ersten Termin, wenn wir wissen, wie dein Gewebe reagiert. Meist sind es wenige. Was die Zahl am stärksten senkt, sind die Übungen zwischendurch.
Leichte Bewegung tut dem Gewebe gut – geh spazieren, fahr Rad. Mit einem harten Training wartest du besser bis zum übernächsten Tag: Das Gebiet hat gerade umgebaut und braucht dafür einen Moment.
Viele gesetzliche Kassen bezuschussen osteopathische Behandlungen bei entsprechend qualifizierten Therapeuten – dafür brauchst du eine Verordnung deines Hausarztes oder Orthopäden. Privatversicherte und Beihilfeberechtigte bekommen eine Rechnung nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker. Die Einzelheiten stehen unter Kosten und Erstattung.
Wir haben gerade einige vergünstigte Termine online. Schau doch mal in den Terminwähler?