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Viszerale Osteopathie

Die inneren Organe brauchen Beweglichkeit wie jedes Gelenk. Wenn sie sie verlieren – nach einer Operation, einer Entzündung, unter Dauerspannung –, kann sich das weit entfernt bemerkbar machen.

Flach aufgelegte Hände einer Therapeutin auf dem abgedeckten Bauch einer Patientin

Organe bewegen sich – ständig

Das ist der Gedanke, mit dem alles anfängt. Bei jedem Atemzug verschiebt sich die Leber um mehrere Zentimeter. Der Darm gleitet in seinen Hüllen. Die Nieren wandern mit der Atmung auf und ab. Jedes Organ hängt an Bändern und Faszien, die diese Bewegung erlauben und begrenzen.

Verliert ein Organ diese Beweglichkeit – weil Narbengewebe zieht, weil eine Entzündung abgeheilt ist und Verklebungen hinterlassen hat, weil jemand jahrelang unter Anspannung flach geatmet hat –, verändert sich die Spannung im ganzen Bauchraum.

Warum das im Rücken ankommt

Die Aufhängungen der Organe setzen an der Wirbelsäule, am Zwerchfell und am Becken an. Ein Zug im Bauchraum ist damit auch ein Zug an diesen Strukturen.

Der bekannteste Weg läuft über das Zwerchfell: Es ist der wichtigste Atemmuskel, es setzt an den unteren Rippen und an der Lendenwirbelsäule an, und es ist über Faszien mit dem Hüftbeuger verwoben. Wer flach und hoch atmet, verändert damit die Spannung im unteren Rücken – ohne dass irgendetwas am Rücken selbst nicht in Ordnung wäre.

Wie sich das anfühlt

Ungewohnt ruhig. Die Hände liegen flach auf dem Bauch, der Druck ist gering, es wird gewartet und dem Gewebe gefolgt. Manche Patienten fragen, ob schon etwas passiert. Andere spüren ein Wärmegefühl oder hören die Verdauung deutlicher als sonst – beides ist unbedenklich.

Behandelt wird immer über der Kleidung oder einem Tuch.

Wobei sie in Betracht kommt

  • funktionelle Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Reizdarm
  • Narben und Verklebungen nach Bauch- oder Beckenoperationen
  • Beschwerden im unteren Rücken, die auf reine Bewegungstherapie nicht ansprechen
  • Atemenge, flache Atmung, Spannungsgefühl unter den Rippen
  • Zyklusbeschwerden und Beschwerden nach Schwangerschaft und Geburt
Grenzen

Wo Osteopathie nicht hingehört

Osteopathie ist keine Notfallmedizin. In diesen Fällen gehörst du zuerst in ärztliche Hand:

  • Verdacht auf einen Bruch nach Sturz oder Unfall
  • Fieber, Nachtschweiß oder ungewollter Gewichtsverlust zusammen mit Schmerzen
  • Plötzliche neurologische Ausfälle – Taubheit, Lähmung, Kraftverlust
  • Taubheit im Reithosenbereich oder Störungen beim Wasserlassen – sofort in die Notaufnahme
  • Akute Entzündungen, Infektionen, Krebserkrankungen
  • Bauchschmerz mit Fieber, Erbrechen oder Abwehrspannung – das kann ein akutes Bauchgeschehen sein und gehört sofort in die Notaufnahme.
  • Unklare Blutungen oder anhaltende Veränderungen der Verdauung gehören zuerst ärztlich abgeklärt.
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Wenn dein Rücken auf Bewegungstherapie nicht anspricht, lohnt ein Blick auf das, was davor liegt.

Oder ruf an: (030) 2084 7547 – Montag bis Freitag, 08:00–19:00 Uhr.

Häufige Fragen

Ersetzt das eine Darmspiegelung?

Auf keinen Fall. Anhaltende Verdauungsbeschwerden, Blutungen oder Gewichtsverlust gehören zuerst zur ärztlichen Abklärung. Erst wenn organisch nichts gefunden wird, ist eine funktionelle Betrachtung sinnvoll.

Muss ich nüchtern kommen?

Nein, aber komm nicht direkt nach einer großen Mahlzeit. Zwei Stunden Abstand sind angenehmer – für dich und für die Untersuchung.

Ist das unangenehm?

Der Druck ist gering. Wenn eine Stelle empfindlich ist, sagst du es, und wir arbeiten anders. Auf der Liege wird gesprochen, nicht ausgehalten.

Hinweis: Für die Wirkungen der Osteopathie gibt es bislang noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Erklärungen.