Diagnose Arthrose - überprüfe deine Ernährung
Warum unsere Ernährung heute krank macht – und wie du mit kleinen Änderungen viel bewirken kannst
Unsere heutigen Ernährungsgewohnheiten sind regelrecht entgleist: An jeder Ecke der zivilisierten Welt wird uns Essen geradezu aufgedrängt. Besonders in Großstädten ist das offensichtlich. Wenn du einmal mit leerem Magen 200 Meter durch die Straßen läufst, wirst du überall mit Angeboten konfrontiert: Pizza, Döner, Burger, Currywurst, Eis oder Gebäck. Der Reiz, ständig zu essen, ist allgegenwärtig.
Wir sind es inzwischen gewohnt, bei der leisesten Appetitregung zuzugreifen – egal, ob unser Körper gerade wirklich Nahrung braucht oder nicht. Das Problem dabei: Oft greifen wir zu stark verarbeiteten Lebensmitteln. Gebackenes, frittiertes, überzuckertes Essen dominiert unseren Alltag.
Auf Dauer verträgt unser Körper das nicht. Die Folgen sind überall sichtbar:
- Übergewicht
- Bluthochdruck
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Diabetes Typ 2
- Chronische Entzündungen („Stille Entzündungen“)
- Rheumatische Erkrankungen
- Chronische Schmerzen.
Wichtiger medizinischer Hinweis
Dieser Artikel dient der Information über den Zusammenhang von Ernährung und Schmerz aus therapeutischer Sicht. Er ersetzt keine medizinische Beratung.
Eine Ernährungsumstellung kann therapeutische Prozesse stark unterstützen, ersetzt aber bei ernsthaften Erkrankungen (wie Diabetes Typ 2, Rheuma oder Bluthochdruck) nicht die Diagnose und Behandlung durch einen Facharzt. Besprich tiefgreifende Ernährungsumstellungen oder Fastenpläne immer zuerst mit deinem behandelnden Arzt.
Ernährung beeinflusst weit mehr als nur unser Gewicht
Wissenschaftler haben in den letzten Jahren immer klarer belegt: Unsere Ernährung beeinflusst nicht nur unser Körpergewicht. Sie steuert viele zentrale Prozesse im Organismus – darunter unser Immunsystem, den Hormonhaushalt, die Entzündungsregulation und sogar unsere Stimmungslage.
Besonders spannend für unsere Arbeit: Unsere Ernährung hat massiven Einfluss auf chronische Schmerzzustände. Viele Entzündungen, die Schmerzen auslösen oder verschlimmern (z.B. bei Arthrose), werden durch ungünstige Essgewohnheiten (insbesondere Zucker) angeheizt.
Mit anderen Worten: Häufig lassen sich chronische Schmerzen durch eine konsequente Ernährungsumstellung deutlich lindern.
Was solltest du essen?
Ganz einfach: Natürliche, frische und unverarbeitete Lebensmittel. Unser Körper funktioniert am besten mit dem, woran er über Jahrtausende angepasst wurde.
Empfohlen wird (antientzündliche Ernährung):
- Viel frisches Gemüse (roh oder schonend gegart) und Salate
- Gesunde Fette wie Olivenöl (extra vergine), Leinöl, Avocados und Nüsse
- Hochwertige Proteine (z.B. Fisch aus Wildfang, Eier, Geflügel)
- Wenig bis kein verarbeitetes Fleisch (insb. Schweinefleisch und Wurstwaren meiden)
- Mäßige Mengen an zuckerarmem Obst (vor allem Beeren)
- Gute Kohlenhydrate wie Süßkartoffeln, Quinoa oder Hirse statt Weißmehl
Besonders wichtig: Deutlich weniger Zucker und Weizen konsumieren. Diese beiden treiben Entzündungen (stille Entzündungen) im Körper massiv an und spielen bei der Entstehung vieler chronischer Erkrankungen eine entscheidende Rolle.
Warum Essenspausen so wichtig sind: Das Prinzip des Intervallfastens
Neben einer geänderten Lebensmittelauswahl gibt es noch eine zweite entscheidende Stellschraube: Essenspausen, besser bekannt als Intervallfasten.
Hierbei geht es nicht nur darum, was du isst, sondern auch wann du isst. Ziel ist es, dem Körper regelmäßig längere Phasen (12-16 Stunden) ohne Nahrungszufuhr zu ermöglichen. In diesen Fastenzeiten können wichtige Reparaturmechanismen im Körper anlaufen.
Was passiert beim Intervallfasten? (Autophagie)
Bei etwa 14-16 Stunden Nahrungskarenz beginnt dein Körper, über den Prozess der sogenannten Autophagie alte Zellbestandteile, Abfallstoffe, Viren und sogar defekte Zellen zu „verdauen“ und zu entsorgen.
Autophagie ist ein natürliches Recycling-Programm deiner Zellen. Es reinigt, repariert und erneuert den Körper – über Nacht, bei leerem Magen.
Dabei:
- Werden Entzündungen massiv reduziert
- Regenerieren sich Gewebe (z.B. die Darmschleimhaut)
- Werden Krankheitserreger beseitigt
- Verlangsamt sich die Zellalterung
- Schmerzzustände können sich deutlich verbessern
(Für die Forschungen zur Autophagie erhielt der Japaner Yoshinori Ohsumi 2016 den Nobelpreis für Medizin.)
Wie funktioniert Intervallfasten konkret?
Das klassische Modell ist das sogenannte 16:8-Intervall:
- 16 Stunden am Stück verzichtest du auf Kalorienzufuhr (Fastenfenster).
- 8 Stunden steht dir ein Essensfenster zur Verfügung.
Ein möglicher Tagesplan:
- Letzte Mahlzeit (Abendessen) um 19 Uhr.
- Danach 16 Stunden Fastenphase.
- Erste Mahlzeit des nächsten Tages (Mittagessen) um 11 Uhr.
Wasser, ungesüßter Tee oder schwarzer Kaffee sind in der Fastenzeit erlaubt. Alles andere, was Kalorien enthält (auch Milch im Kaffee), unterbricht die Autophagie.
Warum Intervallfasten kein Hungerprogramm ist
Viele Menschen fürchten, beim Intervallfasten großen Hunger zu haben. In der Praxis ist oft das Gegenteil der Fall: Der Körper gewöhnt sich erstaunlich schnell an die neuen Rhythmen.
Vorteile von Intervallfasten auf einen Blick:
- Verbesserte Zellgesundheit durch Autophagie
- Reduktion von Entzündungen im Körper
- Potenzielle Reduktion chronischer Schmerzen
- Oft Gewichtsverlust ohne Diätstress
- Stärkung des Immunsystems
- Besserer Schlaf und gesteigerte Konzentration
Kann Sport den Effekt verstärken?
Ja. Leichter Ausdauersport, wie zügiges Spazierengehen, Radfahren oder sanftes Joggen am *Ende* der Fastenphase (z.B. morgens vor der ersten Mahlzeit), kann den Fasteneffekt und die Fettverbrennung zusätzlich ankurbeln.
Intervallfasten und chronische Schmerzen
In unserer Praxis für Osteopathie in Berlin-Mitte beobachten wir (als Therapeuten, nicht als Ernährungsberater) regelmäßig, wie positiv sich Intervallfasten auf chronische Schmerzzustände auswirkt.
Besonders Patienten mit:
- Rheuma
- Arthrose
- Fibromyalgie
- Chronischem Rückenschmerz
berichten über deutliche Verbesserungen der Steifigkeit und des Schmerzniveaus.
Die Kombination aus einer entzündungshemmenden Ernährung, gezielten Bewegungsübungen (Engpassdehnungen) und regelmäßigem Fasten ermöglicht vielen unserer Patient:innen ein schmerzfreieres und vitaleres Leben.
Wie du starten kannst
Starte sanft. Du musst nicht von heute auf morgen perfekt sein. Ein möglicher Einstieg:
- Verkürze zunächst die Essenszeit auf 10 Stunden (z.B. 9–19 Uhr) und faste 14 Stunden.
- Nach 1–2 Wochen: Reduziere auf 8 Stunden (z.B. 11–19 Uhr), um auf 16 Stunden Fasten zu kommen.
- Achte in den Essensphasen auf hochwertige, unverarbeitete Lebensmittel.
- Trinke ausreichend Wasser (2-3 Liter) über den Tag verteilt.
Du siehst, Ernährung und Intervallfasten sind mächtige Werkzeuge, um Entzündungen von innen zu bekämpfen. Sie sind die „innere“ Arbeit. Die „äußere“ Arbeit ist die manuelle Therapie, die deine muskulär-faszialen Verkürzungen löst, die mechanischen Druck auf deine Gelenke (z.B. bei Arthrose) ausüben.
Diese Kombination ist unschlagbar: Eine antientzündliche Ernährung beruhigt das Gewebe, während die Osteopressur die Spannung löst. Als zertifizierte Berliner Praxis für Liebscher & Bracht – Therapie beraten wir dich ganzheitlich, wie du beide Säulen – Ernährung und Bewegung – optimal für deine Schmerzfreiheit nutzt.
Genug gelesen? Dein Weg zu weniger Schmerz ist ganzheitlich.
Ernährung ist eine Säule, die manuelle Therapie die andere. Starte jetzt, indem du die mechanische Ursache deiner Schmerzen klären lässt. Nimm deine Zukunft jetzt in die Hand!